Laura McAleese, MSc

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt
Präsentation, Verkauf, Interaktion.  Die Vermittlung von Gegenwartsliteratur auf ausgewählten britischen Literaturfestivals

Literaturfestivals sind inzwischen derart mit dem Literaturbetrieb verzahnt, dass sie zweifellos den Publikationsrhythmus der Autorinnen und Autoren bestimmen, vergleichbar mit der Oscar-Verleihung in der Filmindustrie. Angesichts der von Verlagen zeitlich immer straffer durch Lesungen und Pressetermine gestalteten kommerziellen Autorenrolle kann mit Sicherheit angenommen werden, dass solche Festivalauftritte einen zentralen Stellenwert im Leben der Autorinnen und Autoren einnehmen, welche auch deren kreatives Schaffen beeinflussen müssen. Trotz alledem ist noch kein umfangreiches Forschungsprojekt zu diesem zentralen Phänomen vorgenommen worden. Somit zielt diese Arbeit darauf ab, ein System zu entwickeln, um möglichst umfassend alle Aspekte eines Festivals wissenschaftlich untersuchbar zu machen.
Durch intensive kultursoziologische Feld- und Betriebsforschung auf ausgewählten britischen Literaturfestivals wird die Vielzahl von Eigenheiten, beispielsweise lokale Spezifizität, Interaktivität und multimediale Vor- und Nachbereitung, detailliert erfasst und unter Gesichtspunkten der Eventvermarktung betrachtet. In einem weiteren Schritt wird das Werk einzelner Schriftsteller selbst untersucht, um festzuhalten, wie bereits schriftlich publizierte Texte in verbale Präsentationsformate transformiert werden. Hier werden einerseits neu publizierende Künstler aus dem Spoken-Word-Umfeld betrachtet, wie zum Bespiel Kate Tempest und George The Poet, welche sowohl mit ihren Auftritten auf Literaturfestivals als auch mit Publikationen beachtliche Erfolge feiern, andererseits auch ‚klassische‘ Dichter mit literaturwissenschaftlichem Hintergrund, wie Carol Ann Duffy oder Jackie Kay, die in ihren Texten großen Wert auf Mehrstimmigkeit und verbale Klangfarbe setzen.

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