Miriam Zeh, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt
Don’t cry – work! Schriftstellerische Arbeit im literarischen Feld der Gegenwart.

Foto MiriamSeit den 1990er Jahre kommt es zu einer schleichenden Umformung der Wirtschafts- und Arbeitsorganisation im literarischen Feld, die zweckrationale, auf ökonomische Rentabilität ausgerichtete Handlungsnormen befördert. Damit verändert sich auch der schriftstellerische Lebensentwurf. Die Figur des Autorpreneurs, der sich selbst nach Maßstäben des Unternehmers beurteilt und seine Autorenpersönlichkeit mitsamt individueller Biografie in Vermarktungsprozesse einbezieht, und die Figur des Selfpublishers, der verlegerisches Unternehmertum vollständig inkorporiert, reagieren auf die verstärkte Aufmerksamkeitsökonomie des Literaturmarktes.
Mein Dissertationsprojekt nimmt vor diesem Hintergrund (prekäre) Schreib- und Arbeitsszenen in ausgewählten Romanen der Gegenwart in den Blick. Dabei frage ich nicht nur, wie Autoren ihre eigene Schreibarbeit inszenieren, sondern auch, wie sie diese von andersgearteter Erwerbsarbeit abzugrenzen versuchen. Anstatt sich den Selbstauskünften über den in Alltagssprache wie Literaturkritik gleichermaßen hochfrequenten, in seiner Verwendung aber äußerst diffusen Begriff der Authentizität zu nähern, schlage ich eine Lesart vor, die Strategien der Selbstexotisierung fokussiert. Dabei gilt es auch zu erforschen, inwieweit Akteure wie die Literaturkritik diese Selbstexotisierungsstrategien unterstützen bzw. inwieweit der Literaturbetrieb das entsprechende Vorgehen (beispielsweise durch Preisvergaben) honoriert.

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