Lena Vöcklinghaus, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt
Text, Inszenierung, Ereignis: die Autorenlesung als Ort literarischer Praxis

portaitbild LenaMarketinginstrument, lästiges Übel der Autoreninszenierung, Paratext: Literarische Auftritte werden im Literaturbetrieb und in den Literaturwissenschaften selten als eigenständige künstlerische Produkte wahrgenommen. Gegen diese Marginalisierung spricht eine wachsende Ausdifferenzierung und Verbreitung von Lesungsformaten im gegenwärtigen literarischen Feld: Spoken-Word-Performances, Autor_innenkollektive mit performativer Ausrichtung, Auftrags-Lesungen und nicht zuletzt der Einzug innovativer Lesungsformate in etablierte Institutionen weisen darauf hin, dass außerhalb der Buchdeckel zunehmend literarische Werke mit eigenen, performativen Schreibweisen und Inszenierungstexten entstehen. Ich vermute, dass diese immer festere Verankerung von Lesungen im literarischen Feld außerdem auch eine Veränderung der Autorinszenierung und der Textproduktion hervorbringt. Welche poetologischen Konzepte, welche Inszenierungspraktiken, welches Selbstverständnis weisen Literaturschaffende auf, deren Œuvre nicht nur gedrucktes, sondern auch gesprochenes Wort umfasst? Mein Dissertationsvorhaben setzt an diesen Fragen an und entwickelt ein Untersuchungsdesign, das sich aus theaterwissenschaftlichen, soziologischen, ethnografischen und literaturwissenschaftlichen Methoden speist. Mit ihnen sollen ausgewählte zeitgenössische Autorenlesungen sowohl als Ort der literarischen Praxis als auch als Bühne für den unthematisierten Glauben an verinnerlichte Spielregeln des Literaturbetriebs begleitet, dokumentiert und untersucht werden.

Oktober 2012 bis September 2015: Studium des Literarischen Schreibens an der Universität Hildesheim

März 2013 bis März 2015: Mitherausgeberin der BELLA triste (Zeitschrift für Junge Literatur)

2014: Künstlerische Leitung des Literaturfestivals PROSANOVA (www.prosanova.net)

Wintersemester 2013/14: Studentische Lehraufträge an der Universität Hildesheim zur Gegenwartsliteratur und zu postkolonialen zeitgenössischen Schreibweisen

August 2010 bis September 2011: Austauschstudium an der Universidad Nacional, Bogotá

Oktober 2009 bis September 2012: Studium der Soziokulturellen Studien an der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder

Oktober 2005 bis Juni 2008: Studium der Soziologie, Kulturphilosophie an der Universität Mannheim (Abschluss Bachelor of Arts)

Wissenschaftliche Publikationen

neunzehn und wütend. Wie lassen sich Ungleichheiten an Schreibschulen untersuchen? Viele Fragen und einige Ideen. In: Haimo Stiemer, Dominic Büker und Esteban Sanchino Martinez (Hg.): Social Turn? Das Soziale in der gegenwärtigen Literatur(-wissenschaft). Weilerswist-Metternich: Velbrück Wissenschaft, 2017. S. 260-280.

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