Lena Vöcklinghaus, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt
Text, Inszenierung, Ereignis: die Autorenlesung als Ort literarischer Praxis

portaitbild LenaMarketinginstrument, lästiges Übel der Autoreninszenierung, Paratext: Literarische Auftritte werden im Literaturbetrieb und in den Literaturwissenschaften selten als eigenständige künstlerische Produkte wahrgenommen. Gegen diese Marginalisierung spricht eine wachsende Ausdifferenzierung und Verbreitung von Lesungsformaten im gegenwärtigen literarischen Feld: Spoken-Word-Performances, Autor_innenkollektive mit performativer Ausrichtung, Auftrags-Lesungen und nicht zuletzt der Einzug innovativer Lesungsformate in etablierte Institutionen weisen darauf hin, dass außerhalb der Buchdeckel zunehmend literarische Werke mit eigenen, performativen Schreibweisen und Inszenierungstexten entstehen. Ich vermute, dass diese immer festere Verankerung von Lesungen im literarischen Feld außerdem auch eine Veränderung der Autorinszenierung und der Textproduktion hervorbringt. Welche poetologischen Konzepte, welche Inszenierungspraktiken, welches Selbstverständnis weisen Literaturschaffende auf, deren Œuvre nicht nur gedrucktes, sondern auch gesprochenes Wort umfasst? Mein Dissertationsvorhaben setzt an diesen Fragen an und entwickelt ein Untersuchungsdesign, das sich aus theaterwissenschaftlichen, soziologischen, ethnografischen und literaturwissenschaftlichen Methoden speist. Mit ihnen sollen ausgewählte zeitgenössische Autorenlesungen sowohl als Ort der literarischen Praxis als auch als Bühne für den unthematisierten Glauben an verinnerlichte Spielregeln des Literaturbetriebs begleitet, dokumentiert und untersucht werden.

E-Mail an Lena Vöcklinghaus