Alexandru Bulucz, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Projekt
Zu den Konzepten von Literatur, Kritik und Literaturkritik in Wolfgang Hilbigs Gesamtwerk

Alexandru Bulucz

Wolfgang Hilbigs Abriß der Kritik, der im Grunde die „oszillierende, kaum faßliche“ Moderne, ihre Literaturgeschichte und ihre Literaturkritik untersucht, spannt sich wie eine Panoramalaube über sein literarisches Werk. Gehalten in der ersten Hälfte des Jahres 1995, sind Hilbigs Frankfurter Poetikvorlesungen eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen Leben als Autor aus der ehemaligen DDR, dem Begriff der Literatur und der Verfassung der Literaturkritik in der BRD. Zugleich sind sie wegweisend für sein weiteres schriftstellerisches Schaffen. Mehr noch markieren sie die chronologische Mitte seiner öffentlichen Wirksamkeit als Lyriker und Prosaist, die 1983 mit dem Erhalt des Hanauer Brüder-Grimm-Preises für Abwesenheit. Gedichte (Frankfurt am Main 1979) und Unterm Neomond. Erzählungen (Frankfurt am Main 1982) begann und 2007 mit seinem frühen Tod jäh endete.
Ziel der Dissertation ist, durch eine systematische Lektüre des Abrißes der Kritik Hilbigs Konzepte von Literatur, Kritik und Literaturkritik herauszuarbeiten. Vor dem Hintergrund dieser Konzepte soll anschließend sein literarisches Gesamtwerk beleuchtet werden. Das heißt, die Auslegungsanstrengung wird nicht darin bestehen, Hilbigs Literatur mit fremden Literaturtheorien zu konfrontieren, sondern an jenen Grenzen und Gesetzen zu messen, die sie sich selbst aufgibt. Wenn Hilbig im Abriß der Kritik Grenzen und Gesetze seines Schaffens selbst zieht und expliziert, dann lässt er in seine Werkstatt schauen. Daran gälte es zu prüfen, ob das Versprechen, das in dieser Explikation liegt, von seinem literarischen Werk eingehalten wird oder ob hinter besagter Werkstatt nicht vielmehr eine weitere Werkstatt aufginge.

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